Institutsprofil
Lehre:
Das Institut für Soziologie ist seit vielen Jahren einer breit ausgelegten soziologischen Lehre verpflichtet. Zum Wintersemester 2008/2009 werden wir einen neuen Bachelorstudiengang anbieten, der den seit vielen Jahren erfolgreich laufenden Magisterstudiengang ersetzt. Dieser B.A. Soziologie führt in die grundlegenden Fragestellungen und Theorien des Faches ein, er vermittelt die Methoden der empirischen Sozialforschung in ihrer Breite, und er bietet den Studierenden vertiefte Kenntnisse ausgewählter gesellschaftlicher Felder und Gegenstandsbereiche wie Kultur, Arbeit, Organisation oder Stadtentwicklung.
Weiterhin bieten wir einen soziologischen Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt „Individualisierung und Sozialstruktur“ an. Sein Ziel ist, Personen, die in ihrer Berufspraxis in besonderem Maße mit Individualisierungsphänomenen konfrontiert sind oder sein werden, auf der Basis des neuesten Standes der wissenschaftlichen Forschung über die Ursachen und Konsequenzen der Individualisierung sowie über Möglichkeiten des Umgangs mit Individualisierung im Kontext heutiger Sozialstruktur zu informieren.
Nähere Informationen zum Studium finden Sie auf dieser Homepage unter der Rubrik „Lehre“.
Forschung:
Folgende Schwerpunkte werden am Institut lehrgebietsübergreifend bearbeitet.
Forschungsschwerpunkt 1: Allgemeine Soziologie und Diagnose der Gegenwartsgesellschaft
Ein langjähriger Schwerpunkt am Institut liegt im Bereich der allgemeinen Soziologie. Bereits in der Vergangenheit wurden theoretisch und empirisch angelegte Studien zum Wandel von Identität, Interaktion und Sozialisation vorgelegt. Weiterhin führen wir Untersuchungen zur Sozialtheorie, insbesondere zur Integration von Handlungs- und Strukturtheorie, und zur Kultur moderner Gesellschaften durch. Ein damit verbundener Bereich ist die soziologische Gegenwartsdiagnose. Hierzu untersuchen wir unter anderem gegenwärtige gesellschaftliche Differenzierungsdynamiken und Individualisierungsprozesse, und wir beleuchten verschiedene Aspekte des sozialen Wandels, beispielsweise zum Zusammenhang von demografischem Wandel und Stadtentwicklung, zum Wandel der Erwerbsarbeit und zu Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit. Um diese Forschungen weiter zu fördern, beherbergt das Institut seit 2007 eine deutschlandweit einmalige Stiftungsprofessur für Soziologische Gegenwartsdiagnosen.
Forschungsschwerpunkt 2: Arbeit, Organisation und gesellschaftlicher Wandel
Dieser Schwerpunkt behandelt Fragestellungen des Wandels der Erwerbsarbeit in arbeits- und organisationssoziologischer Perspektive. Zukünftig wird verstärkt der Themenkomplex Organisation in den Blick genommen. Dies geschieht sowohl in einem engeren, auf Prozesse in und Beziehungen zwischen Organisationen bezogenen Verständnis, als auch mit gesellschaftsbezogenem Blick (z. B. auf Organisationsgesellschaft und Governance) sowie mit mikrosoziologischen Fragestellungen. Gegenstand der Forschungen sind einerseits Fragen der Entwicklung von organisationalem Handeln in konkreten gesellschaftlichen Feldern (Hochschulen, Unternehmen, Polizei, Gewerkschaften). Andererseits beforschen wir Effekte von Organisationen im Hinblick auf soziale Ungleichheit, Entscheidungen von und in Organisationen sowie das Verhältnis von Organisation und Geschlecht.
Forschungsschwerpunkt 3: Europäische Integration und gesellschaftliche Entwicklung
Ein im Entstehen befindlicher Forschungsschwerpunkt ist die Analyse der gesellschaftlichen Dimension der europäischen Integration. Die Rahmenfrage dieses Schwerpunktes lautet, inwieweit sich die EU-Gesellschaften innerhalb eines gesellschaftlichen Umwälzungsprozesses zwischen Erweiterung und Vertiefung der EU befinden, der in die Entstehung eines neuartigen Typs von transnationaler Gesellschaft münden könnte. Bearbeitet werden Fragen des sozialstrukturellen, kulturellen und organisationalen Wandels der EU-Gesellschaften sowie grenzüberschreitende Austauschprozesse.
