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Tagung "Auf dem Papier und zwischen den Zeilen, Formalität und Informalität in Organisationen"
04. bis 05. Mai 2012

Auf dem Papier und zwischen den Zeilen

Wenn Organisationsmitglieder allein das zur Orientierung ihres Handelns machten, was auf dem Papier steht, wenn sie nicht auch das verstehen könnten und zum Maßstab ihres Handelns nähmen, was zwischen den Zeilen steht, wenn Organisationen sich reduzieren ließen auf ihre formalen Strukturen und Verfahren – dann gäbe es sie nicht. Dass Formalität und Informalität in Organisationen nebeneinander stehen, ist für die Organisationsforschung nicht neu, aber immer wieder aktuell. Insbesondere der Wandel von Organisationen scheint sich im Spannungsfeld von Formalität und Informalität zu vollziehen:

Organisationen bewältigen Unsicherheit einerseits durch eine steigende Regeldichte, durch Standardisierung und quantifizierende Evaluationstechniken und andererseits dadurch, dass sie flexibler werden, klassische formale Organisationsstrukturen abbauen und auf Selbstmotivation, Teamorientierung und Kooperation setzen. Beide Entwicklungslinien führen zu Folgeproblemen, beispielsweise zur Vergrößerung von Intransparenz und der Fragmentierung von Wissensbeständen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird sich die Konferenz mit folgenden Fragekomplexen auseinandersetzen:

  • mit Blick auf aktuelle empirische Phänomene:
    Wer oder was bestimmt im wechselnden und situativen Bezug auf Formalität und Informalität, welche Verfahren und Handlungsweisen wann angemessen, korrekt, legitim sind? Wann findet warum eine Formalisierung des Informellen – oder umgekehrt ein Vergessen des Formellen und Verlagern von Verfahren auf die Ebene des Informellen statt?
  • mit Blick auf die Theoriebildung:
    Wie wird in den theoretischen Ansätzen der Organisationsforschung die Unterscheidung zwischen Formalität und Informalität begrifflich gefasst, hat sie überhaupt Bestand und wie lassen sich im Rahmen der jeweiligen Organisationstheorie – mehr oder weniger – neue empirische Phänomene beobachten und beschreiben?
  • und mit Blick auf methodologische Herausforderungen:
    Wie lassen sich informelle Strukturen und Prozesse beobachten und erfassen? Welche Möglichkeiten des Erhebens und Auswertens von empirischen Daten stehen zur Verfügung, um das Geflecht und die Qualität von Beziehungen, um Gefühle, „Kulturelles“ und „Atmosphärisches“ zu erfassen und prima facie nicht Sichtbares sichtbar zu machen?

Eckdaten und Anmeldung

Datum:

Freitag, 04. Mai 2012 bis
Samstag, 05. Mai 2012

Ort:


FernUniversität in Hagen
Universitätsstr. 1/11
Gebäude TGZ
Ellipse

Anmeldeschluss:
15. April 2012
Anmeldung
Programm:

Flyer

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage zur Veranstaltung der Sektion Organisationssoziologie in der DGS "Auf dem Papier und zwischen den Zeilen, Formalität und Informalität in Organisationen ".

geändert am 09.02.2012